Zum ersten Mal vom Boot

Am darauffolgenden Tag fand mein erster Bootstauchgang statt, vor dem mir doch ein bißchen mulmig zumute war. Das Wetter tat dazu sein möglichstes. Wir hatten einen Wellengang, bei dem mir ganz übel wurde.

Am Tauchplatz angekommen war es wegen der hohen Wellen auch nicht möglich den Anker zu werfen, was mir nicht gerade Hoffnung machte. Nachdem ich mir meine Tauchausrüstung angelegt hatte, ließ ich mich rückwärts ins Wasser fallen. Hier in dem riesigen Meer kam ich mir recht hilflos vor und war froh, als Heike mich fest an der Hand hielt und wir schließlich abtauchten. Unter Wasser herrschte eine ganz andere Stimmung, es war himmlisch ruhig und ich wurde zunehmend sicherer. Jedoch hatte ich einige Probleme mit dem Druckausgleich und erst nach ungefähr 15 Minuten waren wir dann auf dem Meeresboden in einer Tiefe von 23 Metern angelangt. Dort angekommen zeigte Heike ganz wild mit ihrem Finger auf einen ziemlich großen Fisch. In meiner Unwissenheit dachte ich schon, daß dies ein Hai wäre. Nun war ich an dem Punkt angelangt, wo ich mir nur noch sagte, jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen. Gesehen hatte ich natürlich keinen Hai, sondern einen völlig harmlosen Thunfisch, wie mir Heike später mitteilte. Wir beendeten den Tauchgang nach ca. 45 Minuten und stiegen, wegen der starken Strömung, mit einigen Schwierigkeiten wieder an Bord. Nachdem wir uns dann alle von unseren Tauchausrüstungen befreit hatten, gab es für jeden ein Stück Kokosnuß, die den Salzgeschmack, den man noch im Mund hatte, vertrieb.

Ich war sichtlich erleichtert, daß ich das Ganze heil überlebt hatte, und man sah mich über beide Backen strahlen, als endlich wieder Land in Sicht war.

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Stand : 13.05.1997