Der grosse Umzug

Um 19.30 Uhr startete dann die Perahera am Garagama-Tempel. Rechtzeitig wurden die Straßen von der Polizei gesperrt, so daß man nur noch zu Fuß durchkam. Ein paar Einheimische schenkten uns sogar noch 3 Eintrittskarten, in der Nähe des Tempels, doch die Plätze dort waren längst schon besetzt. Schließlich fanden wir dann noch einen Stehplatz unter einem Tieflader mit buddhistischen Mönchen. Tausende von Einheimischen und Touristen waren am Straßenrand versammelt, um sich den Festumzug anzusehen.

Los ging es dann mit Fahnen- und Bannerträgern, die vorneweg marschierten. Maskentänzer führten rituelle Tänze vor, die vor allem für die Krankheitsbeschwörung große Bedeutung hatten. Während der ganzen Prozession hörte und sah man immer wieder Trommler, die die einzelnen Tanzgruppen mit ihrer stark rythmischen Musik begleiteten. Auch Feuerträger und Arthisten liefen mit dem Umzug mit. Zwischen den einzelnen Gruppen trabten immer wieder Dreiergruppen von Elefanten mit prächtig geschmückten Gewändern.

Der Höhepunkt der Perahera war das Erscheinen des Tuskers, eines Riesenelefanten mit Stoßzähnen, der den Reliquienschrein trug. Besonders beeindruckend für uns waren die Stelzenläufer, deren Füße fest auf den Stelzen angebunden waren. Einer von ihen hatte ein langes Seil um den Hals, mit dem er einen kleinen Jungen hin und her schaukelte und ihn sich sogar auf die Schultern setzte. An der ganzen Prozession nahmen übrigens nur Männer teil, die dann teilweise als Frauen verkleidet waren. Den Grund dafür konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen.

Gegen 23.00 Uhr endete schließlich der Umzug und wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Um schnell dort anzukommen, wollten wir uns mit einem "Tuck-Tuck" fahren lassen. Das ist ein motorisiertes Fahrzeug mit drei Rädern. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten mit dem Fahrer und dem Aushandeln des Fahrpreises, zwängten wir uns schließlich zu viert in das kleine Gefährt hinein. Während der Fahrt hatte ich dann doch einige Bedenken, daß das Fahrzeug unter unserer Last vielleicht zusammenbrechen würde. Am Bahnhof kamen wir dann etwas zerknittert, aber wohlbehalten an. Nach einigem Suchen fanden wir sogar einen Bus, der in Richtung unseres Hotels fuhr. Zu unserer Überraschung fuhr der Bus die ganze Strecke ohne Licht. Daher hupte der Fahrer jedesmal, wenn ihm ein Fahrzeug entgegenkam. Die einheimischen Mitreisenden waren sehr um uns besorgt und achten darauf, daß wir auch an der richtigen Stelle aussteigen würden. Todmüde kamen wir dann um 2.00 Uhr im Hotel an.

zurückinhaltvorwärts


© Copyright 1997 : Verlag Gabriele Straßel All Rights Reserved

Stand : 13.05.1997