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Am kommenden Samstag fand in Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka,
ein großer Festumzug statt, die Perahera. Wir beschlossen, uns diesen
Umzug anzusehen und fuhren morgens mit einem einheimischen Bus in Richtung
Colombo, das ca. 60 Kilometer von Beruwela entfernt ist. Diese Busfahrt
war für uns ein einmaliges Erlebnis. Der Bus sah schon sehr überfüllt
aus, als wir einstiegen. Doch wir sollten uns darin sehr täuschen.
Es stiegen immer mehr Einheimische zu und es wurde immer enger und wärmer
im Bus. Nach 2 anstrengenden Stunden Fahrtzeit, in der wir überwiegend
stehen mußten und gründlich durchgeschaukelt wurden, waren wir
an unserem Ziel angelangt. Am Bahnhof von Colombo stiegen wir aus und besichtigten
von hier aus die Stadt zu Fuß. In dieser riesigen Stadt, mit einer
Million Einwohner, fehlte uns die frische Brise, die am Meer wehte. Die
Luft war schwül, staubig und voller Autoabgase und unsere Kleider
sahen nach kurzer Zeit entsprechend aus. Auf unserer Besichtigung sahen
wir auch einen Schlagenbeschwörer am Straßenrand sitzen, der
uns gegen ein geringes Entgelt seine Giftschlangen vorführte.
Gegen Nachmittag schauten wir uns auf einer Stadtrundfahrt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Immer wieder trafen wir auf kleine Kinder, deren Wortschatz scheinbar nur aus "Bonbons", "Pen"und "Rupies" zu bestehen schien. Laut Reiseführer sollte man die bettelnden Kinder jedoch nicht beachten, da sie mit dem Betteln mehr verdienen würden als ihr Vater mit seiner Arbeit und sie deshalb nicht mehr die Schule besuchen würden. Colombo leitet sich vom singhalesischen "Kalamba" ab und bedeutet Hafen. Bis zur Ankunft der Portugieser im 16. Jahrhundert war Colombo ein kleiner Fischer- und Handelsort für Edelsteine und Gewürze. Wichtigster Handelspartner waren damals die Araber. Anfang des 16. Jahrhunderts fingen die Portugieser an das Fort zu erbauen. 1656 wurde Colombo dann von den Holländern übernommen. Im 18. Jahrhundert schließlich kamen die Engländer und bauten den Hafen und die erste Eisenbahnstrecke nach Kandy. |
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© Copyright 1997 : Verlag Gabriele Straßel All Rights Reserved
Stand : 13.05.1997